1885 entstand aus einem kleinen Mieterverein in der Oststadt Hannovers die erste Baugenossenschaft der Stadt. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Wohnungsnot infolge von Industrialisierung und Landflucht verfolgten die 65 Gründungsmitglieder das Ziel, „gesunde und billige Wohnhäuser zu bauen und an die Mitglieder der Genossenschaft zu vermieten und auch Spareinlagen von den Mitgliedern anzunehmen.“
Durch die Eigenleistung der Genossenschaftsmitglieder, die in der Regel Arbeiter und Handwerker waren, entstanden zwischen 1886 bis 1891 an der westlichen Seite der Lister Straße die ersten Wohngebäude. 1887 konnten die ersten Wohnungen bezogen werden.
In den folgenden Jahren wuchs die Genossenschaft kontinuierlich. Bereits um die Jahrhundertwende gehörten mehr als 3.000 Mitglieder zur Genossenschaft. Der Bestand umfasste 58 Häuser mit 487 Wohnungen. 1912 wurde der heute denkmalgeschützte Brüggemannhof errichtet, der zugleich Verwaltungssitz der Genossenschaft wurde. Bis 1935 wuchs der Bestand auf rund 3.000 Wohnungen und etwa 9.000 Mitglieder.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde rund die Hälfte der bis dahin errichteten Wohnungen durch Luftangriffe zerstört. Es ist nicht vergessen, dass der Wiederaufbau der Wohnungen nur durch den Einsatz und die Eigenarbeit engagierter Genossenschaftsmitglieder stattfand. In den Nachkriegsjahren wurden die beschädigten Gebäude wiederaufgebaut und der Wohnungsbestand bis Mitte der 1950er-Jahre durch weitere Wohnanlagen ergänzt.
Ab Mitte der 1970er-Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt vom Neubau auf die Instandhaltung und Modernisierung des Wohnungsbestands. In dieser Zeit zog die Verwaltung vom Brüggemannhof an den heutigen Standort in der Arndtstraße.
Zum 100-jährigen Bestehen zählte die Genossenschaft rund 20.000 Mitglieder und doppelt so viele Wohnungen wie vor dem Zweiten Weltkrieg. Um die Jahrtausendwende wurden die Tochtergesellschaften Niedersächsische Bauträger-Gesellschaft mbH und Hannoversche Wohnservice-Gesellschaft mbH gegründet.
Im Jubiläumsjahr 2025 blickt spar+bau auf 140 Jahre Genossenschaftsgeschichte zurück. Mit über 27.500 Mitgliedern und mehr als 8.200 Wohnungen ist sie die größte Wohnungsgenossenschaft in Hannover. Zum Wohnungsbestand zählen Bestandsgebäude ebenso wie modernisierte und neu errichtete Wohnanlagen. Darüber hinaus engagiert sich die Genossenschaft in der Entwicklung ihrer Quartiere und bietet in verschiedenen Stadtteilen Räume und Angebote für nachbarschaftliche Begegnungen.
Die Entwicklung der Genossenschaft basiert auf genossenschaftlichen Prinzipien, wirtschaftlicher Kontinuität und dem Engagement ihrer Mitglieder.